Redebeitrag gegen Antisemitismus, gehalten am 12.Mai in Siegburg
„Nichts am Antisemitismus ist typisch Deutsch, mit dem Unterschied,der allerdings den Unterschied ums ganze macht, dass er in Deutschland sein Ziel, die Vernichtung der europäischen Juden und Jüdinnen erreicht hat“ bzw erreicht hätte wäre nicht das eingetreten, was wir heute feiern möchten, der Sieg der Britischen, US-Amerikanischen Streitkräfte und der Roten Armee über Deutschland.
Antisemitismus ist und war als Ideologie nicht auf Deutschland beschränkt, sondern Weltweit verbreitet, jedoch in Deutschland zu dem kulminierte was wir unter dem Namen Auschwitz benennen. Der Diskriminierung,Seperierung,Deportation und letzlich Vernichtung jüdischem Lebens.
Das Singuläre an dieser Vernichtung war nicht nur das planvolle und Industrielle, sondern,dass, im Gegensatz zu den ermordeten Oppositionellen und Kriegsgefangenen nicht das jüdische Individuum als Anhänger_innen einer Religion ermordet wurde, sondern viel mehr das Bild des Juden, was über die Jahrhunderte im Deutschen Eigenweg konstruiert,vernichtet wurde.
Diese Vernichtung nahm im Nationalsozialismus eine zentrale Rolle ein und war Existenzbedingung der Volksgemeinschaft.
Um eine organische Volktümlichkeit der Deutschen zu konstruieren wurde das vermeintlich kosmopolitische am Juden denunziert, was übrigens auch in der Internationalen passierte.
Um den Arbeits und Geldfetisch aufrechtzualten wurde das schaffende,produktive,natürliche und daher vermeintlich deutsche Kapital vom raffenden,künstlichen finanziellen angeblich jüdischem getrennt.
Strukturell ist das ebenfalls bei verkürzter Kapitalismuskritik,welche nur auf den Finanzsektor abzielt, zu beobachten.
Die Widersprüche und das Künstliche an Staatlichkeit,Nation und Volksbegriff wurden durch die Denunzierung der Juden zur Gegenrasse und ihrer Vernichtung hinweggewischt.
Im Vernichtungswahn reichten sich Arbeiter_innen, Großbürgertum und Kapitalist_innen die Hand, das Ergebnis war eine Art klassenlose Klassengesellschaft in der es subjektiv keine Arbeiter_innen und Kapitalist_innen mehr gab sondern nur noch Deutsche.

Mit dem Hinweis Antisemitismus sei ebenfalls bei Kapitalismuskritik und in der historischen Internationalen zu finden soll jedoch nicht irgendeine Extremismustheorie bedient werden sondern darauf hingewiesen sein, dass Antisemitismus eben kein genuin rechtes oder deutsches Phänomen ist und war sondern überall auftritt., eben auch in linker Ideologie.
Wenn in Japan während der Finanzkrise „Die Protokolle der Weisen von Zion“ in Millionenfacher Ausgabe gedruckt werden, wenn Jugendliche in Berlin einen Rabbi verprügeln, wenn ein alter Deutscher mit SS Vergangenheit in Israel eine Bedrohung für den Weltfrieden sieht, wenn die Hamas Raketen auf Tel Aviv schießt, wenn der Chef der Hizbollah sagt er hoffe alle Jüd_innen versammelten sich in Israel damit er sie nicht weltweit jagen müsse, wenn Brüderle von einer Union von internationalen Sozialisten und Wall Street spricht, wenn deutsche Linke, die seit Monaten das Maul nicht aufkriegen gegen Assad, gegen israelische Luftangriffe auf Waffenlieferungen der Hizbolla demonstrieren und dabei vermuten Israel wolle sich am schwachen Syrien vergreifen um ein Stück vom Kuchen zu bekommen, wenn in einer Facebook Gruppe vermeintliche Linke zusammen mit Fans des islamischen Djihad gegen Israel hetzen, dabei auch mal Witze mit Bezug auf die Hamas-Charta oder Auschwitz gemacht werden, dann sind das Vorgänge in denen sich mehr oder weniger stark Antisemitismus manifestiert.

Doch zurück zu Deutschland.
Der Antisemitismus ist nicht von Hitler verbreitetet worden, er war schon immer da, in den Passionsspielen, in denen Juden die Schuld am sogenannten Christusmord gegeben wird, in den Mittelalterlichen Pogromen und Arbeitsverboten gegen Juden, bei Wagner, bei Luther und bei den Burschenschaften in den Revolten die heute so gerne als Weg zur Demokratie gefeiert werden.
Die deutschen anti-feudalistischen Aufstände waren von Anfang an frankreichfeindlich und antijüdisch.

Die planvolle Vernichtung jüdischen Lebens kam also nicht schicksalshaft über die angeblich verführten Deutschen sondern ihre Wurzeln sind in Deutscher Geschichte zu finden.

Zum Schluss möchten wir noch einmal Bezug zum 8.Mai herstellen. In Vielen Europäischen Ländern wird der 8.Mai als Tag der Niederlage des faschistischen Deutschlands gefeiert, hier nicht.
Es wird also einerseits der Mythos der vom Antisemitismus verführten Deutschen aufgebaut, andererseits aber nicht der Befreiung dieser sogenannten Verführung gefeiert.
Folglich ist der 8.Mai,wenn er überhaupt wahrgenommen wird, als eine Art Volkstrauertag der Deutschen zu begreifen, der Tag an dem sich die Opa Karl-Heinzes und Oma Elises haben erwischen lassen, als der Tag an dem die deutsche Revolution, welche sich durch Erichtung von Volksgemeinschaft und Auschwitz definiert, die negative Auflösung der Gesellschaft, scheiterte.
Wenn man in Deutschland also nicht bereit ist, den 8.Mai als eben dieses Scheitern zu feiern, dann kann auch nicht die Lüge vom unschuldigen Deutschen aufrecht gehalten werden, dann können sie als die Täter_innengemeinschaft, die rassistische,antiromaistische,sexistische,homophobe,chauvinistische antisemitische Mörderbande denunziert werden die sie waren.

Als radikale Linke in Deutschland sollte uns also klar sein welcher der erste und welcher der letzte abzuschaffende Staat ist, braucht es doch um Deutschland das Existenzrecht zu entziehen keine radikale Staatskritik sondern bloß einen Blick auf die Geschichte.
Also lasst uns kompromisslos sein und niemals unseren Frieden mit Deutschland machen, und auch nicht mit jenen Linksdeutschen die ihren Traum von einem besseren Deutschland nicht zu Gunsten der freien Assoziation aufgeben wollen.
Lasst uns zur Abwechslung mal realpolitisch sein und das Mindeste fordern was die Konsequenz von Auschwitz und Vernichtungskrieg war,ist und niemals verjähren kann, Die Auflösung Deutschlands!
Lasst uns dem ein Ende setzen was die Voraussetzung für das unsägliche Handeln der Deutschen und ihrer Hilfstruppen schaffte.
Lasst uns für den Kommunismus kämpfen, für Anarchie,für eine Staaten und klassenlose Weltgesellschaft, in der es nie wieder Deutsche,dafür freie Individueen gibt.
Lasst uns all den bornierten Deutschen die nach 100ten Jahren Krieg,Faschismus und Antisemitismus, nach Vernichtungskrieg und Auschwitz immernoch als Deutsche fühlen wollen entgegenrufen:
Nie wieder Faschismus! Nieder mit Deutschland! Kampf dem Antisemitismus!

„Warum wir am 3.Oktober und auch sonst nicht die Nation und besonders nicht Deutschland feiern“
Rund um den 3.10 wird neben den zentralen Feierlichkeiten in Müchen in ganz Deutschland anlässlich der Annektierung der DDR und die damit einhergehende sogenannte „Wiedervereinigung des Deutschen Volkes“ und die BRD als erstmals „vereinter“ Staat seit dem Nationalsozialismus gefeiert.
Hier geht es nicht darum dem Ende eines authoritären Regimes zu gedenken,was auch nicht ohne faden Beigeschmack wäre,bedenkt man wen ein nicht so kleiner Teil der Deutschen als sie es das letzte Mal als „Vereintes Volk“ durften gewählt haben, sondern die Nation mal wieder richtig zu feiern.. Wäre der Tag ein Gedenktag hätte er auch am 9.November stattfinden können, aber dann hätte man sich ja mit der Reichspogromnacht auseinandersetzen müssen, das macht „unverkrampften“ Nationalismus allerdings ein bisschen problematisch. Aber,kein Problem, wird halt am 3.Oktober gefeiert.
Und so findet an den Einheitsfeierlichkeiten auch keinerlei Auseinandersetzung mit deutscher Geschichte statt, auch wenn wie zum Beispiel in München, von NS-Geschichte belastete Gebäude auf der Feiermeile liegen.
Statt dessen können sich Verfassungsschutz,Polizei und Militär von ihrer besten Seite zeigen.

What the fuck!?
Das nehmen wir zum Anlass uns mit dem „No <3 for a Deutschland“ Bündnis zu solidarisieren und unsere Kritik an Deutschland zu formulieren.
Dabei ist Grundlage, dass wir kein „besseres“ Deutschland wollen, so wie wir auch keinen „besseren“ Kapitalismus wollen,schlichtweg, unsere Kritik ist nicht konstruktiv sondern Negation.

Die übliche Kotzescheisze
Zunächst einmal lehnen wir die kapitalisierte staatliche Einrichtung der Gesellschaft, als Herrschaft zur der Erhaltung von Selbstverwertung und kapitalistischen Zwängen ab. Die Bürgerliche Freiheit ist lediglich die Freiheit des vereinzelten Menschen seine Arbeitskraft oder Eigentum in ständiger Konkurrenz zu Markte zu tragen.
Des weiteren steht das Konzept von Nation und Volk der Emanzipation des Menschen zur freien Assoziation freier Individuen entgegen.
Der Idee, Menschen sollten in ewiger Selbstverwertung und Konkurrenz zu einander in Schicksalsgesellschaften aufgehen und aufgrund konstruierter Nationen in wiederum konkurrierenden Einzelstaaten zu einem schönen Leben finden halten wir die Negation von Staat,Nation sowie sozialer Kategorien wie Geschlecht,sogenannte Rasse, Sexualität etc., die Kollektivierung sämtlicher Produktionsmittel und die staatenlose Weltgesellschaft entgegen-den Kommunismus.

Don`t mess with Standort Deutschland
In Zeiten immer neuer kapitalistischer Krisen findet Nationalismus jedoch immer mehr Anklang.
So so wirkt der nationale Zusammenhang gegen „Pleitegriechen“ und „die faulen Spanier“ gegen jegliche Solidarität,nochmals gestärkt durch den ach so friedlichen Partynationalismus der EM.
Man darf ja wieder richtig Stolz sein und über das Feiern der Nation kann auch schon mal ausgeblendet werden wie Lohnzurückhaltungen,Hartz IV und unverhältnismäßige Exportwirtschaft Deutschland zum „Krisenweltmeister“ und andere Staaten in den Ruin gebracht hat.
Doch eben dieses Modell drückt die Troika zusammen mit der dominanten Deutschen Außenpolitik den Krisenverlierern auf.
Lohn, Sozialhilfe Kürzungen und Disziplin seien schließlich Weg aus der Krise, und wenn es sein muss geht es auch mal gegen die „gierigen Banker“, Kapitalismus selbst wird weiterhin als Alternativlos gelabelt.
Und wenn dann während der Fußball Europa -oder Weltmeisterschaft der Männer der „Partynationalismus“ richtig los geht, trotz öffentlicher Meinungsmache es gehe nur um Spaß, statistisch tatsächlich die Repräsentation der Nation im Vordergrund steht,die Massen Deutschland feiern, nicht das Team, sondern die Nation, dann graut es uns.
Es ist nicht nur Zorn und Unverständnis in Angesichts dieses naiv-bornierten Freudentaumels, sondern auch Angst, wenn wir sehen wie die Stimmung blitzschnell umschlagen kann und die Wut über jene die, die Gefühle nationaler Einheit stören zur Tat wird oder sich in ekelhaften Kommentaren und Pöbeleien äußert. Zudem scheint mit dem „Wir dürfen es wieder“ auch jegliche Sensibilität verschwunden zu sein. Da wird dann auch mal in Polen „Hurra hurra die Deutschen die sind da“ gerufen. Besonders erschreckend ist das Bild von tausenden Deutschen die „Sieg,Sieg,Sieg“ grölen, wo dann auch mal das ein oder andere „Heil“ folgt oder sich ein rechter Arm hebt. Doch auch ohne solche „Exzesse“ überfällt uns beim Anblick dieser Szenen ein tiefes Unwohlsein.
Das tragische ist, dass wir bei den Massen im nationalem Taumel noch nicht einmal sagen können was diese mit Sicherheit nicht tun würden.

Dazu kommen dann noch Realpolitische Gründe wie die deutsche Asylpolitik oder das aktive Unterstützen terroristischer Nazi-Gruppen sowie autoritärer Regimes weltweit und und und…
Wenn nicht diese Gründe oder die deutsche Realpolitik den an sich schon jeglicher Vernunft widerstrebenden Gedanken Stolz auf „seine“ Schicksalsgesellschaft zu sein unmöglich macht dann ein Blick auf die Geschichte.

No right to exist
Wir sind der Meinung,dass sich dieses „Deutschland“ auf das alle immer so wahnsinnig Stolz sind nach Jahrhunderten reaktionärer Tendenzen,dem Kunststück trotz Europaweiter „Demokratisierung“ eine innige Beziehung der Massen mit dem Staat, Militarismus,Antisemitismus und Nationalismus und den aus diesem deutschen Eigenweg folgenden ersten Weltkrieg sowie Vernichtungskrieg und Shoah jegliches Existenzrecht verspielt hat. Wir sagen,ganz Realpolitisch, dieses Deutschland hätte nach ’45 schlichtweg aufgelöst werden müssen. Einer Gesellschaft, die im Antisemitismus zur Volksgemeinschaft fand, die durch die kollektive Einrichtung des nationalsozialistischen Vernichtungsprojekts zur wegschauenden, mitmachenden, akzeptierenden und nach ’45 vertuschenden Tätergesellschaft wurde einen „eigenen“ Staat in die Hand zudrücken und dann auch noch die Entnazifizierung und Reperations und Endschädigungsprozesse abzubrechen um es gegen die Sowjetunion aufzurüsten war an Unverantwortlichkeit nicht zu überbieten und somit ideologische sowie personelle Kontinuitäten vorprorammiert.
Resultate waren Millionen Opfer des NS die keine Wiedergutmachung bekamen, NS-Täter in allen Bereichen der Gesellschaft und Fortbestehen von Rassismus, faschistoiden Tendenzen sowie der Wandel vom klassischen Antisemitismus zum Antizionismus, die Projektion von Antisemitismus und völkischem Wahn auf Israel.
Wir müssen beachten dass die Möglichkeit der Barbarei somit ebenso weiterbesteht wie die Verhältnisse die sie schon einmal hervorbrachte.

No love for Deutschland-Für den Kommunismus

Redebeiträge gehalten auf der Demo am 12. Mai 2012 in Siegburg.

Redebeitrag zu Geschichtsrevisionismus
Wir stehen hier vor dem Gedenkbrunnen für die ehemalige Synagoge und ermordeten Jüdischen Gemeindemitglieder.
Dieser Brunnen wurde erst 1985 im Zuge von Sanierungsarbeiten gebaut.
Am 10.November 1938, also am 2. Tag der Novemberprogrome wurde die Synagoge angezündet und brannte völlig aus.
In 5 Geschäften deren Besitzer_innen Juden waren wurden die Schaufenster eingeschlagen.
In beiden Fällen griff die Polizei nicht ein und die Feuerwehr rückte nur aus um umliegende Gebäude vor den Flammen zu schützen, jedoch nicht um den Brand in der Synagoge zur löschen.
So viel zum Thema nur Funktionäre seien Täter* gewesen.
In Zeitungen wurden die Ereignisse als Reaktion auf einen angeblichen Mord durch einen Juden in Paris verklärt und als äußerst disziplinierte Angriffe auf jüdische Bewohner_innen und Häuser,welche ohnehin ein Schandfleck gewesen seien bezeichnet.
Wie viele jüdische Menschen in dieser Nacht verletzt oder getötet wurden ist nicht klar, in den folgenden Jahren wurden jedoch fast alle 300 Gemeindemitglieder ermordet.
Es ist erschreckend, dass erst 45 Jahre nach der Zerschlagung des Nationalsozialismus ein Denkmal errichtet wurde. Doch dies ist kein Einzelfall, überall in Deutschland dauerte es sehr lange bis Gedenkstätten gebaut wurden.
Insgesamt ist in Deutschland ein sehr zweifelhafter Umgang mit der Geschichte zu beobachten.
Dies äußert sich für uns unter anderem in 4 Faktoren:Personeller Kontinuität, Geschichtsrevisionismus,Marginalisierung von Opfern und Normalisierung der Geschichte.
Die Personelle Kontinuität,also die Tatsache das viele Täter_innen nicht belangt wurden zog sich nach dem Krieg durch nahezu alle Teile des Staates.
Ob Finanzbeamt_innen die vorher noch mit äußerster Effizienz Jüd_innen enteignet hatten und später für die Entschädigungszahlungen für die Opfer verantwortlich waren,Richter die Todesurteile gefällt hatten und nach ’45 weiter arbeiteten, SS-Funktionäre die nach ’45 die Sicherheitsbehörden der BRD aufbauten und ihre Jagd auf Kommunist_innen und Roma* und Sinti* fortsetzten oder Wirtschaftsfunktionäre die sich kaum für den Einsatz von Zwangsarbeiter_innen rechtfertigen mussten und sich sogar wie zum Beispiel Siemens als Retter aufspielten, nur wenige Täter_innen wurden belangt, viele konnten fliehen oder trotz Verurteilung im Ausland unbehelligt in Deutschland leben.
In der Öffentlichkeit gewinnt immer mehr die Idee an Gewichtung nur die Herrschenden seien Täter gewesen, der Rest habe ja von nichts gewusst oder sei gezwungen worden.
So wird immer dreister kollektiv allen Deutschen gedacht, als Opfer von Gewalt,Bomben und Vertreibung. Auch Bundespräsident Gauck begrüßt dies und sieht nicht die Gefahr der Relativierung.
Wir schon. Wir sagen Deutsche Täter_innen sind keine Opfer!
Wer kollektiv allen Gedenkt, gedenkt immer auch den Täter_innen,Denunziant_innen und Anhängern eines völkischen Vernichtungsantisemitismus.
Ob auf Naziaufmärschen oder am Volkstrauertag,ständig wird einfach allen Opfern von „Krieg und Terror“ gedacht. So wird den mordenden Wehrmachtssoldaten und den alliierten Befreiern, sowie die Ermordeten Jüd_innen,Roma und Sinti,Poltischen Gegner und allen die nicht in das Nationalsozialistische Weltbild gleichzeitig, oder teils gleich allen Opfern von stalinistischer Gewaltherrschaft und NS gedacht.
Dies hat allein den Zweck, Schuld abzuwälzen und Deutschland als geläuterte Nation darzustellen.
Zudem ist Deutsche Geschichte in den letzten Jahren normalisiert worden.
Die Themen „Holocaust/Shoah“ „“2.Weltkrieg“ „Nationalsozialismus“ werden als lästig und bloß ein Teil von vielen wahrgenommen, also ganz normale Schulthemen.
Jugendliche sind kaum sensibilisiert,finden Judenwitze völlig unkritisch,sind wieder richtig Stolz auf ihr Deutschland und pflegen insgesamt einen unreflektierten Umgang mit der Geschichte.
Als Opfer des Nationalsozialismus werden teils sogar nur zwei Gruppen wahrgenommen, Jüd_innen und die angeblich normalen Deutschen.
Die Toten der alliierten Streitkräfte, die 25.Millionen Menschen die in der Sowjetunion Opfer des Deutschen Vernichtungskriegs wurden,die ermordeten politischen Gegner, Deserteure ,Partisan_innen,Zivilisten anderer Staaten,Roma und Sinti,“Asozialen“ und alle weiteren Opfer sind kaum bis gar nicht präsent.
Daran ist auch klar der Staat Schuld. So wurden Deserteure erst 1999 der Status als Vorbestraft entnommen, galten lange als Volksverräter und Feiglinge.
Kommunistische Widerständler_innen wurden verschwiegen und im Gegenzug Personen wie Stauffenberg die lange glühende Anhänger von Volksgemeinschaft und Krieg waren gehyped um die Ausrede der Nation,es habe doch Widerstand gegeben zu erfüllen.
Den ca 500.000 ermordeten Roma* und Sinti* wurde erst 1982 der Status als Opfer des NS-Völkermordes zugestanden und ermordete Zivilist_innen und Partisan_innen in Italien,Griechenland und den Bereichen der Sowjetunion gelten meist immernoch als in Kämpfen getötete.
Für uns bedeutet deshalb Antifaschismus auch den Kampf für ein würdiges Gedenken und Erinnern und eine Erziehung und Bildung die aufklärt.
Deshalb: NS-Täter_innen aufdecken!
Opfermythen und Geschichtsrevisionismus unmöglich machen!

Kurzer Redebeitrag zu Antifaschismus:
Der Innenminister von Sachsen veröffentlichte zuletzt ein Video in dem er unter anderem sagt, Antifaschismus
sei nicht die Antwort auf angeblichen Rechtsextremismus.
Dies reiht sich ein in eine Öffentlichkeit, die einen demokratischen Konsens der angeblichen Mitte konstruiert und somit alltäglichen Rassismus,Antisemitismus Homophobie und andere Ausgrenzungsmechanismen relativiert.
An anderer Stelle wird dann ein gesellschaftlicher antifaschistischer Konsens herbei halluziniert.
Angesichts der alltäglichen und institutionellen Diskriminierungen wäre es wohl angebrachter von einem rechtsoffenem Konsens zu sprechen.
Dies wird nicht zu letzt durch die erschreckenden Ergebnisse der Studie zu Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit immer wieder bestätigt.
Für eine emanzipatorische Perspektive muss klar sein, dass Antifaschismus die Antwort ist.
Keine Bratwurststände gegen Rechts, Keine Sprüche „Wir Deutschen gegen Rassismus“, keine Imagepflege wie „Stadt XY Nazifrei“ was ja schon suggeriert ohne den Naziaufmarsch gäbe es dort keine Nazis und Ausgrenzung systematisch ausblendet.
Antifaschismus muss konsequent im Alltag etabliert werden.
Wenn in der Kneipe Menschen mit rechten Stammtischparolen auf sich aufmerksam machen oder sich organisierte Nazis dort treffen,wenn Rassist_innen in der Bahn Menschen wegen einer anderen Sprache anpöbeln, wenn die NPD Schulhof CD`s verteilt,wenn Nazis Jugendzentren oder direkt ganze Plätze übernehmen oder rechte Gruppen Infostände in der Innnenstadt aufstellen, dann sind das Anknüpfpunkte für Antifaschismus.
Das muss nicht gleich der tätliche Angriff sein, sondern auch einfach alles was Opfern hilft, und Täter_innen sowie faschistischen Strukturen einschränkt,schadet und zurückdrängt.
Für eine solidarische antifaschistische Praxis!