Junge Antifa Siegburg http://afasgb.blogsport.de Wed, 15 Jan 2014 20:11:38 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Auf nach Magdeburg http://afasgb.blogsport.de/2014/01/15/auf-nach-magdeburg/ http://afasgb.blogsport.de/2014/01/15/auf-nach-magdeburg/#comments Wed, 15 Jan 2014 20:11:38 +0000 afasgb Allgemein http://afasgb.blogsport.de/2014/01/15/auf-nach-magdeburg/ Wir fah­ren mit dem Bus nach Mag­d­e­burg!
Frei­er Kar­ten­ver­kauf am Don­ners­tag, den 16.​01.​2014 ab 15:00 Uhr im Buch­la­den Le Sabot, Brei­te Str. 76
Fahrt­kos­ten: € 25,00 pro Karte
(Wer aus zeit­li­chen Grün­den nicht mit­fah­ren kann, kann eine Karte für je­men­schen kau­fen, der/die aus fi­nan­zi­el­len Grün­den sonst nicht mit­fah­ren kann)

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Naziuffmarsch in Machdeburch – ham wa immernoch keen Bock druff! http://afasgb.blogsport.de/2014/01/04/naziuffmarsch-in-machdeburch-ham-wa-immernoch-keen-bock-druff/ http://afasgb.blogsport.de/2014/01/04/naziuffmarsch-in-machdeburch-ham-wa-immernoch-keen-bock-druff/#comments Sat, 04 Jan 2014 12:13:54 +0000 afasgb Allgemein http://afasgb.blogsport.de/2014/01/04/naziuffmarsch-in-machdeburch-ham-wa-immernoch-keen-bock-druff/ Im Folgenden der Aufruf von Magdeburg Nazifrei:
Am 16. Januar 2014 jährt sich die Bombardierung Magdeburgs zum 69. Mal. Seit 1998 nutzen die Nazis dieses Datum um die sogenannten “Helden der deutschen Wehrmacht” und die Opfer der Bombenangriffe zu betrauern. Sie gedenken des Endes des kriegstreibenden, faschistischen Regimes und instrumentalisieren dabei das Gedenken der vielen Magdeburgerinnen und Magdeburger, die am 16.01.1945 gestorben sind oder der Trauer jener, die Angehörige, Bekannte und Freunde verloren haben.

In den letzten Jahren hat sich der Naziaufmarsch in Magdeburg zu einem der größten Aufmärsche in Deutschland entwickelt. Dank der bundesweiten Mobilisierung kamen im Jahr 2013 über 3.000 Gegendemonstrant_innen nach Magdeburg. Doch sind diese – mittlerweile alljährlichen – Naziaufmärsche nur der medienwirksame Teil des Nazi-Problems. Rassistische und neofaschistische Gewalt gehören in Sachsen-Anhalt zur harten Realität. Fast täglich wird ein Übergriff registriert. Neue und alte Nazis gehören in Magdeburg zum Stadtbild und auch politisch sind die Neofaschisten in der Landeshauptstadt überaus aktiv. Der Protest der Zivilgesellschaft gegen rechts fokussiert sich meist nur auf den Aufmarsch im Januar und blendet die gewalttätigen Übergriffe und politischen Manipulationen der Rechten in der übrigen Zeit aus. Vorkommnisse mit bundesweiter Aufmerksamkeit, sind aber typisch für die politischen Verhältnisse in Sachen-Anhalt.

Neofaschisten aus Magdeburg und Sachsen-Anhalt nehmen wichtige Positionen in den Vorständen der NPD, der JN und den sogenannten „freien Kameradschaften“ ein. Mittlerweile wird Sachsen-Anhalt von neuen und alten Nazis gar stolz als „Kaderschmiede“ betrachtet. Doch statt nach dem Bekanntwerden der rassistischen Mordserie des NSU und aus dem Totalversagen des sogenannten Verfassungsschutzes auf parlamentarischer und kommunaler Ebene Konsequenzen zu ziehen, rechte Strukturen vor Ort klar zu benennen und dagegen vorzugehen, wird weiterhin von linkem „Extremismus“ fabuliert. Hingegen wird rechte Gewalt verschwiegen, verharmlost oder komplett ignoriert, weil man ihrer nicht ohne Aufwand Herr werden kann. Denn zunächst müsste man erst einmal aufhören, sie als strukturelles Problem abzustreiten.

Magdeburg war keinesfalls nur eine zivile, deutsche Großstadt, die willkürlich von alliierten Bomberverbänden in Schutt und Asche gelegt wurde. Vielmehr ist die fast vollständige Zerstörung Magdeburgs das Ergebnis des vom nationalsozialistischen Deutschland entfesselten und rücksichtslos geführten Krieges. So war Magdeburg für das NS-Regime ein wichtiger Umschlags- und Verkehrsknotenpunkt, Standort der Rüstungsproduktion (u.a. Krupp-Gruson, Polte-Werke, Maschinenfabrik Wolf) und ein Industriestandort an dem mehrere Tausend Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen in Arbeits- und KZ-Außenlagern ausgebeutet wurden. Unzählige starben bereits in den Lagern der Polte-Werke, im Lager Diana oder auf den „Todesmärschen“. All dies wird bei der Umdeutung der Bombardierung des Stadtgebiets am 16. Januar 1945 ignoriert. Das Ausblenden der Opfer faschistischer Herrschaft in den Kriegsgebieten und aller Opfer weltweit, ist Bestandteil der rechten Rhetorik, die nur deutsche Opfer kennt, Opferzahlen fälscht und Täter nicht benennt.

Wir sahen uns mit den Ereignissen am 12.01.2013 mit einer völlig neuen Polizeistrategie konfrontiert, die es so bisher nicht gab. Das Verbot unserer Kundgebung in Cracau (Jerichower Platz) wurde durch die Polizeidirektion mit der räumlichen Nähe zur Aufmarschroute begründet und letztere dann auch im Antrag entsprechend konkretisiert. Dass die Nazis in Südost laufen werden, war erst gegen Mittag des 12. Januars verifiziert und für uns nur an der Bewegung der Polizeieinsatzkräfte abzulesen.

Unterstützt uns und kommt im Januar 2014 in unsere Stadt. Wir wollen, gemeinsam mit allen blockadewilligen Kräften von hier und überall, den Aufmarsch der Neonazis verhindern.

„Nazis blockieren – was sonst?!“
Mehr Infos Unter:

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„NS Verherrlichung stoppen! Nazis in Remagen entgegentreten“ http://afasgb.blogsport.de/2013/11/18/ns-verherrlichung-stoppen-nazis-in-remagen-entgegentreten/ http://afasgb.blogsport.de/2013/11/18/ns-verherrlichung-stoppen-nazis-in-remagen-entgegentreten/#comments Mon, 18 Nov 2013 13:11:39 +0000 afasgb Allgemein http://afasgb.blogsport.de/2013/11/18/ns-verherrlichung-stoppen-nazis-in-remagen-entgegentreten/ Ob Dres­den, Bad Nenn­dorf oder auch die Auf­mär­sche für den Hit­ler-​Stell­ver­tre­ter Ru­dolf Heß in Wun­sie­del An­fang der 2000er Jahre: so­ge­nann­te Ge­denk-​ oder Trau­er­auf­mär­sche stel­len mitt­ler­wei­le einen fes­ten und wich­ti­gen Be­stand­teil neo­na­zis­ti­scher Er­leb­nis­kul­tur dar. Auch in Rhein­land-​Pfalz gibt es seit Jah­ren Be­mü­hun­gen, einen sol­chen Auf­marsch in Re­ma­gen, einer Klein­stadt zwi­schen Ko­blenz und Bonn als Sze­ne-​Event zu eta­blie­ren. Wir, das Bünd­nis NS Ver­herr­li­chung stop­pen!, wol­len uns mit den lo­ka­len und ge­samt­deut­schen Op­fer­my­then kri­tisch aus­ein­an­der­set­zen. Vor allem aber wer­den wir dem Na­zi­auf­marsch in Re­ma­gen ent­schlos­sen ent­ge­gen­tre­ten.

Die so­ge­nann­ten „Rhein­wie­sen­la­ger“

Am 7. März 1945 konn­ten al­li­ier­te Trup­pen über­ra­schen­der­wei­se die da­ma­li­ge Lu­den­dorff-​Brü­cke, heute viel­mehr als „die Brü­cke von Re­ma­gen“ be­kannt, ein­neh­men. Eine von Wehr­machts­sol­da­ten durch­ge­führ­te Spren­gung miss­glück­te, die Brü­cke hielt vor­erst stand. Die Ein­nah­me der Brü­cke er­mög­lich­te den ame­ri­ka­ni­schen Trup­pen und be­tei­lig­ten bel­gi­schen und bri­ti­schen Sol­da­ten den ers­ten Vor­stoß über den Rhein und damit ins Zen­trum Na­zi-​Deutsch­lands. Dar­auf fol­gen­de Siege der Al­li­ier­ten und schluss­end­lich die Ka­pi­tu­la­ti­on Na­zi-​Deutsch­lands am 08. Mai 1945 stopp­ten die na­tio­nal­so­zia­lis­ti­sche Mord­ma­schi­ne­rie. In Folge des­sen er­rich­te­ten die Al­li­ier­ten 18 bis 20 Ge­fan­ge­nen­la­ger, die meis­ten ent­lang des lin­ken Rhein­ufers, zwi­schen Bü­de­rich (bei Wesel, NRW) und Heil­bronn. Diese pro­vi­so­ri­schen Ein­rich­tun­gen dien­ten als Sam­mel­stel­le für un­ter­schied­li­che Ge­fan­ge­ne und hat­ten die Funk­ti­on eines „Durch­gangs­la­gers“. So be­stand das so­ge­nann­te „Rhein­wie­sen­la­ger“ in Re­ma­gen nur zwi­schen April und Ende Juni 1945. Durch die kurz­fris­ti­ge Er­rich­tung der Lager, waren die Ver­sor­gungs­la­ge und die hy­gie­ni­schen Zu­stän­de an­fangs schlecht, bes­ser­ten sich dann al­ler­dings schnell. Dies muss aber im Kon­text zu den un­mit­tel­ba­ren Fol­gen des Krie­ges, wie wo­chen­lan­ger Un­ter­ernäh­rung, Er­schöp­fung, den dar­aus re­sul­tie­ren­den Krank­hei­ten und der all­ge­mei­nen Ver­sor­gungs­knapp­heit nach Kriegs­en­de ge­se­hen wer­den. Im Re­ma­ge­ner Rhein­wie­sen­la­ger sind knapp 1200 Tote be­legt, wel­che auch auf Fried­hö­fen in der Ge­gend um Re­ma­gen be­er­digt sind. Nach se­riö­sen Rech­nun­gen sind in allen so­ge­nann­ten „Rhein­wie­sen­la­gern“ ins­ge­samt zwi­schen 5.​000 und 10.​000 In­sas­sen ums Leben ge­kom­men.¹ Diese Zahl ist dabei in Re­la­ti­on zu der Ge­samt­an­zahl von etwa 1.​000.​000 Ge­fan­ge­nen zu be­trach­ten.

Die Na­zi­auf­mär­sche und das deut­sche „Ge­den­ken“

Neo­na­zis aus der Re­gi­on haben be­reits vor Jah­ren die so­ge­nann­ten „Rhein­wie­sen­la­ger“ für sich ent­deckt. Ein ers­ter, an­ge­mel­de­ter Auf­marsch fand sym­bo­lisch am 08. Mai 2005 statt. In den Jah­ren dar­auf gab es in Re­ma­gen und den um­lie­gen­den Orten durch die Neo­na­zis klei­ne­re Ak­tio­nen. Seit 2009 gibt es dar­über hin­aus wie­der einen kon­ti­nu­ier­li­chen Auf­marsch, je­weils um den Volkstrau­er­tag herum.

Fe­der­füh­rend bei der Or­ga­ni­sa­ti­on sind, neben dem lang­jäh­ri­gen An­mel­der Chris­ti­an Mal­coci und Ralph Te­ge­t­hoff, vor allem Per­so­nen des Ak­ti­ons­bü­ros Mit­tel­rhein. Te­ge­t­hoff ist eine Füh­rungs­fi­gur der mi­li­tan­ten Neo­na­zis in Deutsch­land und Chef der Ka­me­rad­schaft Sturm 08/12 aus dem Raum Bonn/Sieg­burg. Ent­schei­den­de Per­so­nen des Ak­ti­ons­bü­ros Mit­tel­rhein waren die Füh­rungs­ka­der Sven Lo­beck aus Mül­heim-​Kär­lich bei Ko­blenz und Chris­ti­an Häger aus Bad Neue­nahr-​Ahr­wei­ler. Seit­dem sich das ehe­ma­li­ge Ak­ti­ons­bü­ro Mit­tel­rhein wegen des Ver­dachts auf Bil­dung einer kri­mi­nel­len Ver­ei­ni­gung vor Ge­richt ver­ant­wor­ten muss, über­neh­men ins­be­son­de­re Kader der Na­zi-​Kleinst­par­tei „Die Rech­te“ lo­gis­ti­sche Auf­ga­ben. „Die Rech­te“ ist aus der nord­rhein-​west­fä­li­schen Ka­me­rad­schafts­sze­ne her­vor­ge­gan­gen. Das Um­feld des ehe­ma­li­gen Ak­ti­ons­bü­ros Mit­tel­rhein tritt mitt­ler­wei­le unter dem Label „JN-​Ahr­tal“ als Ju­gend­or­ga­ni­sa­ti­on der Neo­na­zi­par­tei NPD auf. Der Auf­marsch in Re­ma­gen ent­wi­ckel­te sich in den letz­ten Jah­ren zu einer re­gel­mä­ßi­gen Ver­an­stal­tung mit 200-​300 Teil­neh­me­rIn­nen, und damit zum größ­ten Na­zi­auf­marsch zwi­schen Köln und Frank­furt. Somit ist der Na­zi­auf­marsch in Re­ma­gen zur größ­ten jähr­lich statt­fin­den­den Ak­ti­on der Na­zi­sze­ne in Rhein­land-​Pfalz ge­wor­den. Im Jahr 2012 brö­ckel­te der Auf­marsch, nicht zu­letzt be­dingt durch staat­li­che Re­pres­si­on gegen die mi­li­tan­te Ka­me­rad­schafts­sze­ne in NRW und dem nörd­li­chen Rhein­land-​Pfalz, auf 160 Teil­neh­me­rIn­nen.

Die Neo­na­zis sti­li­sie­ren bei ihrem Auf­marsch die so­ge­nann­ten „Rhein­wie­sen­la­ger“ zu „Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern“ der Al­li­ier­ten, in denen sys­te­ma­tisch Deut­sche er­mor­det wor­den seien. Die von ihnen her­bei hal­lu­zi­nier­te Zahl von über einer Mil­lio­nen To­des­op­fern be­weist schon in Re­la­ti­on zu der Ge­samt­zahl der in den „Rhein­wie­sen­la­gern“ in­ter­nier­ten Ge­fan­ge­nen reich­lich Ab­sur­di­tät. In bes­ter re­vi­sio­nis­ti­scher Ma­nier, set­zen sie den deut­schen Kriegs­ver­bre­chen des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus und der mil­lio­nen­fach be­gan­ge­nen ad­mi­nis­tra­ti­ven Ver­nich­tung von Men­schen einen, an­geb­lich von Al­li­ier­ten in­iti­ier­ten Ge­no­zid ähn­li­chen Um­fangs ent­ge­gen.

Dass sich die Nazis dem Thema der „Rhein­wie­sen­la­ger“ an­neh­men kön­nen, um die­ses szen­ein­tern als Mo­bi­li­sie­rungs­po­ten­zi­al aus­zu­schlach­ten, ist lo­gisch. Den­noch bie­tet die The­ma­tik, wenn auch nicht die Form des „Ge­den­kens“ durch Auf­mär­sche und plum­pe NS-​Ver­herr­li­chung, Mög­lich­kei­ten, in­halt­lich ins lo­ka­le, bür­ger­li­che Spek­trum hin­ein an­zu­schlie­ßen. Ins­be­son­de­re in der lo­ka­len Er­in­ne­rungs­kul­tur in den Re­gio­nen um die „Rhein­wie­sen­la­ger“ herum, ran­ken und näh­ren sich seit Kriegs­en­de zahl­rei­che My­then um Leid und Kriegs­ge­fan­gen­schaft. In Re­ma­gen kon­kret, bil­de­ten sich sol­che My­then rund um die von dem NS-​Bild­hau­er Adolf Wam­per und In­sas­sen des „Rhein­wie­sen­la­gers“ ent­wor­fe­ne Lehm­fi­gur „Schwar­ze Ma­don­na“. Diese wird ein­mal jähr­lich in einer Ka­pel­le in un­mit­tel­ba­rer Nähe zur „Mah­nung“ an das ehe­ma­li­ge „Rhein­wie­sen­la­ger“ aus­ge­stellt. Das bür­ger­li­che Ge­den­ken in Re­ma­gen muss dabei auch im Kon­text des bun­des­deut­schen Er­in­ne­rungs­dis­kur­ses be­trach­tet wer­den: Unter dem Deck­man­tel von „Ver­bre­chen gegen die Mensch­lich­keit“ und hu­ma­ni­tä­ren Be­grün­dun­gen soll im Land der selbst­er­nann­ten ge­läu­ter­ten Er­in­ne­rungs­welt­meis­ter zu­neh­mend auch kon­stru­ier­ten deut­schen Op­fern ge­dacht wer­den. Die Ur­sa­che, der deut­sche An­griffs-​ und Ver­nich­tungs­krieg, wel­cher für die Deut­schen erst in Kriegs­ge­fan­gen­schaft mün­de­te, wird tem­po­rär aus­ge­blen­det. Oft wird dabei im End­ef­fekt Schuld und Leid ab­ge­rech­net, und Bom­ben auf deut­sche Städ­te mit dem in­dus­tri­el­len Mas­sen­mord ver­gli­chen. Deut­sche Tä­te­rIn­nen und die da­ma­li­ge „Volks­ge­mein­schaft“ wer­den somit nach­träg­lich als Opfer re­ha­bi­li­tiert.

23.​November – Den Nazis ent­ge­gen­tre­ten! In der Pro­vinz! In Re­ma­gen!

Wir wol­len es nicht hin­neh­men, dass im fünf­ten Jahr in Folge Neo­na­zis in Re­ma­gen weit­ge­hend un­ge­stört auf­mar­schie­ren kön­nen. An­ti­fa­schis­ti­sche Ge­gen­pro­tes­te vor Ort wur­den in den ver­gan­ge­nen Jah­ren kri­mi­na­li­siert und klein ge­hal­ten.² Damit muss Schluss sein! Wir wer­den am 23. No­vem­ber 2013 so­li­da­risch mit den fort­schritt­li­chen Tei­len der Zi­vil­ge­sell­schaft und ak­ti­ven Na­zi­geg­nern in der Pro­vinz dem Na­zi­auf­marsch ent­ge­gen­tre­ten. Ge­ra­de des­halb wer­den wir auch Teile des lo­ka­len Ge­den­kens kri­ti­sie­ren. Ohne die Re­fle­xi­on der Be­din­gun­gen und Ver­hält­nis­se, die zu deut­schem Grö­ßen-​ und Ras­sen­wahn führ­ten und als eine deren Folge die so­ge­nann­ten „Rhein­wie­sen­la­ger“ ent­stan­den, ist eine ehr­li­che und schließ­lich eman­zi­pa­to­ri­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit dem deut­schen Na­tio­nal­so­zia­lis­mus nicht mög­lich.

Kommt am 23. No­vem­ber zur an­ti­fa­schis­ti­schen Demo und zum an­schlie­ßen­den Pro­test gegen den Na­zi­auf­marsch in Re­ma­gen! NS Ver­herr­li­chung stop­pen! Deut­sche My­then ins Wan­ken brin­gen! Gegen jeden Ge­schichts­re­vi­sio­nis­mus!

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1: Rü­di­ger Overmans (1995): Die Rhein­wie­sen­la­ger 1945, in: Hans-​Erich Volk­mann (Hrsg.): Ende des Drit­ten Rei­ches, Ende des Zwei­ten Welt­kriegs. Eine per­spek­ti­vi­sche Rück­schau.
2: In Folge des Na­zi­auf­mar­sches 2010 kam es zu mas­si­ver Re­pres­si­on gegen An­ti­fa­schis­tIn­nen, die zu zwei Ge­richts­ver­fah­ren führ­te. Mehr Infos: www.​remagensoli.​blogsport.​de

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http://afasgb.blogsport.de/2013/11/18/ns-verherrlichung-stoppen-nazis-in-remagen-entgegentreten/feed/
NPD Kundgebung am 22.08 in Siegburg stören http://afasgb.blogsport.de/2013/08/20/npd-kundgebung-in-siegburg-stoeren/ http://afasgb.blogsport.de/2013/08/20/npd-kundgebung-in-siegburg-stoeren/#comments Tue, 20 Aug 2013 19:09:24 +0000 afasgb Allgemein http://afasgb.blogsport.de/2013/08/20/npd-kundgebung-in-siegburg-stoeren/ Die NPD plant am Donnerstag (22.08.2013) um 10:00 im Rahmen ihrer Wahlkampftour mit ihrem sogenannten „Flagschiff“ auf dem Siegburger Europaplatz (Bahnhofsvorplatz) eine Kundgebung abzuhalten.
Die NPD tritt seit Jahren in Ergänzung zu den geistigen Brandstifter*innen der etablierten Parteien und Rechtspopulist*innen neonazistisch und gewalttätig auf.
An der Pogromstimmung gegen Roma und Sinti in Duisburg und Berlin-Hellersdorf sind neben „normalen“ Anwohner*innen maßgeblich NPD-Aktivist*innen beteiligt.
Am 22. August jährt sich zum 21. Mal das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen. 21 Jahre nach Brandanschlägen auf Geflüchtete, 68 Jahre nach dem Porajmos ( Vernichtung der Roma und Sinti durch die Deutschen) wird weiter durch Medien, Politik, Polizei und Bürger*innen rassistische Hetze betrieben.

Auch deshalb, und nicht nur wegen dem offen neonazistischen Charakter der NPD rufen wir dazu auf noch vor der Ankunft der NPD um 9:30 auf den Europlatz (Bahnhofsvorplatz) nach Siegburg zu kommen!
Den Nazis die Tour vermasseln und ihre Kundgebung verhindern!

Solidarität mit den Geflüchteten – Nieder mit dem deutschen Mob!

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Solidarität mit den Betroffenen von Polizeigewalt in Kalk http://afasgb.blogsport.de/2013/08/01/solidaritaet-mit-den-betroffenen-von-polizeigewalt-in-kalk/ http://afasgb.blogsport.de/2013/08/01/solidaritaet-mit-den-betroffenen-von-polizeigewalt-in-kalk/#comments Thu, 01 Aug 2013 14:01:12 +0000 afasgb Allgemein http://afasgb.blogsport.de/2013/08/01/solidaritaet-mit-den-betroffenen-von-polizeigewalt-in-kalk/ Letzten Freitag haben Kalker Bullen eine Gruppe von Menschen an Kalk Post mit Pfefferspray, Schlagstöcken und Hunden angegriffen. Auf der, für Übergriffe und Schikane bekannten Kalker Wache, kam es zu weiterer Gewalt durch Cops gegen Festgenommene.
Von (Bullen-)Presse wurde das Vorgehen mit dem Vorwurf von „Pöbeleien“ und Flaschenwürfen legitimiert.
Spätestens wenn Bullen auf der Wache Übergriffe verüben ist es völlig irrelevant wer wann wohin eine Bierflasche geworfen hat.
Cops sind als Garant und Existenzbedingung staatlicher Souveränität und kapitalistischer Eigentumsverhältnisse immer Gewalt und so ist ihnen auch zu begegnen – egal ob sie (rassistisch-) kontrollieren, raumeinnehmend Präsenz zeigen oder prügeln.
Egal ob es friedliche oder unfriedliche trifft, egal ob es „gepöbelt“ wird und Flaschen geworfen werden oder ob Menschen ein paar Bier auf der Straße trinken: Solidarität mit den Betroffenen von Bullengewalt, Solidarität mit jenen die sich den Cops entgegenstellen.
Gegen jede Authorität! Für eine Gesellschaft in der jede_r ohne Angst verschieden sein kann!

Soliditätserklärung des AZ Köln mit den Betroffenen des Bullenangriffs am 27.7
“ In der frühen Nacht wurde eine WG-Party in der Nähe von Kalk Post durch ein großes Polizeiaufgebot beendet. Kurze Zeit später trafen sich viele Gäste auf Kalk-Post wieder. In mehreren Grüppchen unterhielten sich die Leute, ließen den Abend ausklingen. Die Polizei jedoch rückte – obwohl die Stimmung unter den Menschen ruhig undfriedlich war – mit ungefähr 20 (!) Streifenwagen an. Die Menschen wurden aufgefordert den Platz zu verlassen. Über den Lautsprecher wurde ein Platzverweis “an alle Anwesenden für Kalk-Post, Kalk-Kapelle und ganz Kalk” (!) ausgesprochen. Diese Platzverweise, letzerer ausdrücklich rechtswidrig, wurden von der Menge ignoriert. Eine weitere Durchsage folgte, dann stürmten c.a. 30 Polizist_innen mit Hunden, Schlagstöcken und Pfefferspray bewaffnet den Platz. Menschen wurden umgeworfen, auf sie wurde mit Fäusten eingeprügelt, die bereits am Boden Liegenden mit Pfefferspray eingesprüht, eine Person wurde mehrfach von einem Polizeihund gebissen. Anwohner_innen und Passant_innen die sich als Unbeteiligte ebenfalls vor Ort aufhielten oder Verletzten helfen wollten wurden von den Polizist_innen angeschrieen, geschubst und abgedrängt.

Dieser Übergriff durch Polizeikräfte reiht sich unserer Meinung nach ein in eine allgemeine Ordnungsstrategie, welche von der Kölner Polizeiführung insbesondere im Stadtteil Kalk forciert wird. Täglich kommt es zu rassistischen Polizeikontrollen, die uns als mehrheitlich nicht negativ von Rassismus betroffene Nutzer*innen des Autonomen Zentrums selten bis nie direkt beeinträchtigen. Es reicht aber für ‘Außenstehende’ schon aus, eine Viertelstunde lang inne zu halten und das Geschehen auf den öffentlichen Plätzen im Stadtteil zu beobachten um eine vage Ahnung zu bekommen, wie repressiv und brutal die Polizei gegen viele Menschen vorgeht, welche durch die Beamt_innen rassifiziert und deshalb/dadurch unterdrückt werden. Ähnliches gilt für den Umgang mit Drugusern; die Kalker Polizei führt gerade an Plätzen wie Kalk Post einen nur als obsessiv sozialchauvinistisch zu bezeichnenden Kampf gegen vermeintliche ‘Junkies’. Was zählt sind ‘saubere Plätze’. Straßen auf denen nachts nicht gesessen und gelacht und auch mal ein Bierchen getrunken werden darf, Straßen auf denen das Leben geordnet sein soll. Und um dieser vermeintlichen Ordnung Willen ist es der repressiven Logik nach nur rechtens, auf Menschenmengen einzuprügeln, sie mit Pfefferspray zu attackieren und Hunde auf sie zu hetzen.

Was am Freitag Vielen gemeinsam widerfuhr, ist – abtrakt und konkret – was im Stundentakt Einzelne hier ertragen müssen. Alle Menschen, die von der Polizei als potentiell störend markiert werden, erfahren täglich die Einschränkung des eigenen Bewegungs- und Betätigungsfeldes und den damit einhergehenden sozialen Druck. Diese Art von Polizeieinsätzen lesen wir im Rahmen von Aufstandsbekämpfungsmaßnahmen, als die brutale Durchsetzung der Deutungshoheit über den öffentlichen Raum und als Maßnahme zur Selbstlegetimierung des Gewaltonopols. Dieses wird ideologisch derart überhöht, dass es nicht mal Verstöße gegen geltendes Recht benötigt um zu agieren.

Wir rufen alle die Zeug_innen des Übergiffes Freitagnacht geworden sind dazu auf, sich beim Kölner EA oder unter der Mailadresse kalkpost(at)riseup.net zu melden.

Wer Fotos und Videos gemacht hat: Bitte meldet euch unter der oben genannten Mailadresse. Bedenkt aber, dass andere eventuell mitlesen können. Also keine beweisrelevanten Informationen und Daten unverschlüsselt senden.

Das Autonome Zentrum erklärt sich solidarisch mit allen Betroffenen des Polizeiangriffes auf Kalk Post sowie mit allen von Polizeigewalt betroffenen Menschen weltweit! “

Links: http://az-koeln.org/presse-news/solidaritat-mit-den-betroffenen-von-polizeigewalt-auf-kalk-post/
de.indymedia.org/2013/07/347217.shtml

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One Struggle, One Fight! http://afasgb.blogsport.de/2013/07/03/one-struggle-one-fight/ http://afasgb.blogsport.de/2013/07/03/one-struggle-one-fight/#comments Wed, 03 Jul 2013 15:30:05 +0000 afasgb Allgemein http://afasgb.blogsport.de/2013/07/03/one-struggle-one-fight/ Demo 6. Juli Köln-Kalk | 16 Uhr |
Start: Ehemalige Polizeiwache Kalk –Kapellenstraße / Ecke Kantstraße

Alle Informationen zur Demo, Route und Material (Plakate, Flyer) zum Selberdrucken findet ihr hier

Vor 3 Jahren besetzt, verteidigt, legalisiert und jetzt gekündigt, ab 1. Juli wieder besetzt!

Am 30. Juni lief die 3 monatige Kündigungsfrist des Nutzungsvertrags für das Autonome Zentrum in Köln-Kalk endgültig aus. Dieser Nutzungsvertrag wurde im Zuge eines 5 Tage andauernden Räumungsversuchs im März 2011 durch massiven Widerstand vor Ort und einer bundesweiten und europaweiten Solidaritätswelle erkämpft. Durch den Verkauf der Köln/Bonner Sparkassen Immobilienverwaltung an die Stadt Köln änderte sich die Zuständigkeit für das Gebäude.

Kaum ein Jahr später entscheiden die Politiker_innen einstimmig im Hauptausschuß, dass es keine Zukunft für das Projekt geben könne. Statt dessen solle ein Grünstreifen und Platz für eine Schulerweiterung gemacht werden. Bei genauerer Betrachtung der Bebauungspläne wird jedoch schnell klar, dass alle Vorhaben problemlos nebeneinander Platz hätten. Diese Scheinargumente werden vielmehr konstruiert, um einen angeblichen Interessenkonflikt herbeizuführen und eine schleichende Räumung vorzubereiten. Doch das werden wir nicht hin nehmen!

Die Räumung eines unkommerziellen Projekts wie dem Autonomen Zentrum ist eine Folge der neoliberalen Umstrukturierungen der Städte. Gesamtgesellschaftlich äußern sich diese Gentrifizierungsmaßnahmen in der Verteuerung und Verknappung von bezahlbarem Wohnraum, der Vertreibung und Ausgrenzung von sozial schwachen Gruppen aus den Innenstädten und den massiven Kürzungen bei sozialen Projekten. Gleichzeitig nimmt die Überwachung des öffentlichen und privaten Raumes immer weiter zu.

Aus linksradikaler Perspektive bieten Projekte wie das Autonome Zentrum Köln eine Möglichkeit sich so weit es geht abseits der kapitalistischen Verwertungslogik zu organisieren und gegen die herrschenden Verhältnisse Widerstand zu leisten. Gleichzeitig sollen gesellschaftliche Unterdrückungsmechanismen hinterfragt und aufgebrochen werden, um den Anspruch eines „Freiraums“ gerecht zu werden. Jedoch geht es nicht darum eine abgekapselte kleine Welt aufzubauen, sondern alternative Gesellschaftsformen zu entwickeln und in die Gesellschaft zu intervenieren. Dies ist dem Staat natürlich ein Dorn im Auge und so antwortet dieser mit Repression. In den letzten Monaten und Jahren wurden weltweit viele selbstverwaltete und emanzipatorische Projekte geräumt und zerstört. Es zeigt sich, dass die kapitalistische Logik von Eigentum und Profitorientierug mehr zählt, als leerstehende Häuser einem menschlichen Zweck zuzuführen.

Die drohende Räumung des AZs ist deshalb ein Angriff auf alle nach Veränderung strebenden Menschen! Geben wir diesem Angriff die passende Antwort! Kommt deshalb zur Demonstration am 06.07.2013 um 16 Uhr nach Köln-Kalk. Dort wollen wir endgültig klar machen:

Es gibt kein Köln ohne Autonomes Zentrum und Räumungen von Freiräumen und Squats sind keine Option – nirgendwo!

One struggle one fight!

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Räumung des Protestcamps in München http://afasgb.blogsport.de/2013/07/01/raeumung-des-protestcamps-in-muenchen/ http://afasgb.blogsport.de/2013/07/01/raeumung-des-protestcamps-in-muenchen/#comments Mon, 01 Jul 2013 20:39:20 +0000 afasgb Allgemein http://afasgb.blogsport.de/2013/07/01/raeumung-des-protestcamps-in-muenchen/ In der Nacht zum Montag wurde das Camp der kämpfenden Non-Citizens in München unter massiver Gewalt durch die Polizei geräumt. Der folgende Text will die falsche Berichterstattung in den Medien richtigstellen.
„WE WILL RISE!

Der Kampf der Geflüchteten und der Hungerstreik in München

(Stand 1. Juli 2013)

Dieser Kampf begann am 19. März 2012 und verbreitete sich in ganz Deutschland nach vier Monaten des Widerstands. Im September wurde er zu einer großen “Bewegung der Geflüchteten” und überschritt sogar geographische Grenzen. Die Stimme der Asylsuchenden umfasste ganz Europa stärker denn je und die Straßen wurden zu Orten des Kampfes in Österreich, den Niederlanden und Frankreich. Der Protestmarsch von Würzburg nach Berlin in September 2012 fand großen Widerhall. Seitdem steht ein Protestcamp auch auf dem Berliner Oranienplatz, und es fanden mehrere Bustouren statt. Die Asylsuchenden, die den Protest im März 2012 angefangen haben, sind zwischen April und Juni in Bayern unterwegs gewesen, haben kurz Protestzelte in Augsburg, Bayreuth, Landshut, Regensburg und schließlich in München aufgebaut, wo sie mit Dutzenden anderen Geflüchteten zusammen erst am 22.6. in den Hungerstreik, dann ab 25.6. in den Durststreik getreten sind, um ihre Forderungen durchzusetzen:

Die Anerkennung Aller als politische Flüchtlinge (weil Hungersnot und Armut auch politische Fluchtgründe sind)

Die Aufhebung der Residenzpflicht (= dass Geflüchtete ein begrenztes Gebiet, meistens den Landkreis nicht ohne – schwer zu kreigende – Sondererlaubnis verlassen dürfen)

Das Ende der Lagerunterbringung (weil sie menschenunwürdig ist)

Den Stopp aller Abschiebungen

„Wir sind die Menschen, die aufgrund unserer zufälligen Geburt in gewissen geographischen Regionen, unter Kriegen, Sanktionen, Kolonisierung, Besetzungen, Repression und Armut gelitten haben. Wir haben es geschafft, diese Regionen zu verlassen, und sind hier angekommen. Hier, an diesen Orten, die von den Leuten als „sichere Länder“ bezeichnet werden. „Sichere Länder“, die diese Kriege, Kolonisierung, Armut and all den anderen Terror, den wir in den Orten unserer Geburt erlebten, verursacht haben. „Sichere Länder“, die uns in dem Moment, in dem unsere Füße ihren geheiligten Boden berühren, den Namen „Asylsuchende“ geben. Asylsuchende, oder auch diese Menschen, denen nicht erlaubt wird, zu arbeiten oder zu studieren; diese Menschen, die gezwungen werden in isolierten Lagern zu leben, während sie darauf warten, dass die Polizei mit den Abschiebebescheiden zu ihren Zimmern kommt (allein in zwei Tagen – 23. und 24. April –, wurden ca. 100 Asylsuchende in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen nach Belgrad abgeschoben). Die Menschen, die in der Gesellschaft atmen, jedoch nicht leben, sind wie Geister; es wird unmöglich, sie überhaupt zu sehen. Die Bezeichnung als „Asylsuchende“ wurde uns von den Regierungen gegeben, die diese diskriminierenden Gesetze eingeführt haben. Eine Bezeichnung, die andere dazu bringt, uns als bedürftige Menschen zu betrachten, die nicht einmal die einfachsten Aufgaben erledigen könnten.“

„Wir, die streikenden Asylsuchenden, analysieren wie bereits zuvor das Phänomen „Flüchtling“ stets im Kontext der existierenden politischen und wirtschaftlichen Strukturen. Dass wir uns dabei auch mit dem Phänomen „Kapitalismus“ und dessen Auswirkungen befassen, ist dabei nahe liegend. Wir entwickeln hieraus unsere Position in dieser Gesellschaft, welche als Ausgangpunkt für weitere Analysen essentiell ist. Damit treten wir bewusst dem gängigen Bild von „Flüchtlingen“ entgegen, einem Bild von unfähigen, hilflosen Menschen, die lediglich auf der Suche nach Zuflucht sind. Ein Bild, das wir Asylsuchende mit absoluter Ernsthaftigkeit verändern wollen.“

„Unsere Position innerhalb der bestehenden Strukturen haben wir unter anderem in dem Refugee Struggle Congress im März 2013 erarbeitet. Teil dieser Auseinandersetzungen waren die Vernetzung der Asylsuchenden sowie ihre Unabhängigkeit und Selbständigkeit, wobei eine klare Definition der Form der Unterstützung von Gruppen und Einzelpersonen ein unumgängliches Thema war.“

„Die Frage, welche Rolle Unterstützer_innen innerhalb dieses Protestes einnehmen, der die Selbstorganisierung und die Sebstbestimmung der aktuell Betroffenen stets in den Vordergrund stellt, ist für alle Beteiligten von äußerster Wichtigkeit.“

„Im Verlauf des bisherigen Protests war es uns unter anderem durch die umfangreichen Informationsquellen möglich, uns ein Bild über die sozialen Potestbewegungen innerhalb Europas zu machen. Hierbei sind wir immer wieder auf Beispiele gestoßen, in denen der Hungerstreik auch in Europa als radikale aber friedliche Protestform angewendet wurde. In der Benennung dieser Beispiele ging es uns nicht um einen Diskurs über die jeweiligen politischen Inhalte, sondern um die Verdeutlichung der Ernsthaftigkeit unserer Situation und unserer hieraus entstandenen Forderungen. Forderungen, die wir klar definiert seit März 2012 auf die Straßen getragen haben und die bislang von den politisch Verantwortlichen ignoriert wurden. Daher sind wir bereit, die möglichen Konsequenzen eines Hungerstreiks in Kauf zu nehmen.“

Das Protestcamp am Rindermarkt in München ist am Sonntag (30.6.) gegen 05:00 Uhr morgens unter massivem und brutalem Polizeieinsatz geräumt worden.

„Bei der Verhandlung der Behörden mit dem Vermittler der Asylsuchenden am Samstag (29.6.) wurde von ersteren erklärt, dass die Vermittler_innen erstens keine Verhandlungsvollmachten hätten und zweitens die Verhandlungen erst dann weitergeführt werden würden, wenn die Protestierenden den Hunger- und Durststreik abbrächen. Die Meldung, dass uns eine Aufenthaltsgenehmigung nach Artikel 23 in Aussicht gestellt wurde, ist gelogen. Von den Behörden wurde keinerlei Angebot gemacht. Stattdessen wurden die Verhandlungen für gescheitert erklärt und das Camp am nächsten Morgen geräumt. War die Räumung also schon geplant? Das Verhalten der Behörden jedenfalls lässt vermuten, dass es keine Kompromisslösung geben und eine Räumung bereits provoziert werden sollte.

Unter dem Deckmantel eines „humanitären Eingriffs“ wurde der Rindermarkt von einem riesigen Polizeiaufgebot gestürmt, wobei die Form des Einsatzes sofort offensichtlich machte, dass die Räumung nicht die Rettung von Menschenleben zum Ziel hatte, da das polizeiliche Vorgehen für die Menschen vor Ort in ihrer aktuellen Situation höchst lebensgefährlich war: Die Durststreikenden wurden ohne Anwesenheit von Mediziner_innen angegriffen, geschlagen und getreten, sodass sie unter Schmerzen stöhnten.

20 bis 30 Unterstützende bildeten eine Kette vor den Zelten, sie wurden jedoch von der Polizei überrannt und zu Boden gebracht. Dann startete die Polizei sofort den unmittelbaren Zugriff auf hungerstreikende Asylsuchende unter Gewaltanwendung. Es wurden Schmerzgriffe angewendet, Menschen zu Boden gedrückt, Gliedmaßen verdreht. Mehrere Menschen haben unter Schmerzen geschrien. Die Menschen, die sich innerhalb des Camps befanden, hatten drei Gruppen gebildet, die sich gegenseitig zum Schutz hielten, diese wurden nacheinander aufgelöst.

Zu diesem Zeitpunkt befanden sich noch immer drei Kinder in dem Camp. Die zwei Geschwister von 8 und 9 Jahren mussten dabei zusehen, wie ihre Eltern von der Polizei angegriffen und misshandelt wurden. Die hochschwangere Frau wurde geschubst und fiel hin, während sie ihr 16 Monate altes Kind auf dem Arm hatte. Das Jugendamt, das in den Tagen zuvor stets besonders besorgt um die Sicherheit der Kinder gewesen war, sah in diesem Moment tatenlos zu. (…)

Außerhalb des Camps wurden die Polizeiführungskräfte mehrfach auf ihr rechtswidriges Verhalten hingewiesen, haben jedoch diese Hinweise stets nur belächelt. Hungerstreikende wurden teils von der Feuerwehr auf Liegen hinaus getragen, teils jedoch unter vehementem Widerstand von Polizist_innen hinaus gezerrt und unter Gewaltanwendung oder gar in Handschellen abgeführt. Die Polizei drängte die Unterstützer_innen, die sich außen um das Camp befanden, unter dem Vorwand des humanitären Einsatzes weg. Die meisten Asylsuchenden wurden anschließend in verschiedene Krankenhäuser gefahren, einige jedoch wurden ohne medizinische Begleitung zur Polizeistation gefahren. Als das Camp von Menschen geräumt war, fuhren Containerwagen vor, um das gesamte Campmaterial mitsamt privater Besitztümer zu entfernen.“

Wir sagen dazu: NEIN zur Arroganz der Politik! NEIN zur Diktatur von Staat und Kapital! Schluss mit den rassistischen Vorgängen in Bayern, der BRD und Europa! Kein Mensch ist legal oder illegal – für Bleiberecht und Bewegungsfreiheit überall!

Text verfasst von solidarischen Einzelpersonen aus Köln

Alle Zitate aus:

www.refugeetentaction.net

Weitere lesenswerte Internetseiten:

www.facebook.com/refugeemarch

http://refugeecongress.wordpress.com/

http://asylstrikeberlin.wordpress.com

http://devluchtkerk.nl/home

http://w2eu.info/ “

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Gather & Resist http://afasgb.blogsport.de/2013/06/30/gather-resist/ http://afasgb.blogsport.de/2013/06/30/gather-resist/#comments Sun, 30 Jun 2013 11:01:36 +0000 afasgb Allgemein http://afasgb.blogsport.de/2013/06/30/gather-resist/ In Köln findet vom 28. Juni bis 07. Juli die Gather & Resist Woche des AZ’s statt. Hier ein kurzer Aufruf:


Gather & Resist ist ein europaweites Vernetzungs- und Aktionstreffen zur Verteidigung des Autonomen Zentrums in Köln gegen eine mögliche Räumung.
Gefangen in Verträgen, Verordnungen und Vorschriften – machen wir uns frei davon!

Wenn der Mietvertrag für ein autonomes Zentrum gekündigt wird, kommen wir* unserer Selbstbestimmung ein Stück näher. Der Aufstand wird greifbar, wir spüren diese kommende Wärme, als ob erstarrte Hände kribbelnd wieder zum Leben erwachen. Wir beschweren uns nicht mehr, dass in der uns aufgezwungenen Gesamtscheisse kein Raum für Strukturen gelassen wird, die den bestehenden Verhältnissen etwas entgegensetzen wollen. Wir erkennen, dass unsere Politik, Kunst und Kultur erkämpft werden muss, da sie den Interessen der herrschenden Klasse sowieso messerscharf entgegensteht…

Das AZ Köln war in den vergangenen Jahren Kristallisationspunkt unserer Debatten und Kämpfe – so soll es weitergehen. Die Ideale, die in diesem Haus spürbar waren und sind, für die in diesem Haus gestritten und gefeiert, diskutiert und gearbeitet wurde, sind von keinem starren Gebäude abhängig. Ein Gebäude ist nur ein kleiner Raum in einer Welt voller Gewalt und Unterdrückung – aber wir wollen nicht nur dieses Gebäude, sondern eine andere Welt.

Die Verteidigung eines geliebten Projekts kann symbolisch hierfür sein, oder auch der Anfang einer neuen Welle von Besetzungen und Versuchen einen aufständischen Alltag herbeizuführen.

Der Angriff auf das AZ in Köln findet nicht im luftleeren Raum statt, sondern ist Ausdruck für die alltäglichen Bedrohungen, unter denen selbstverwaltete, libertäre und emanzipatorische Projekte nicht erst seit heute leiden. Diesem Angriff wollen wir nicht in reiner Abwehrposition entgegenstehen, sondern immer wieder Risse in der Idee der konsumierten und diktierten Stadt erzeugen. Bereits vorhandene Risse mit Leben füllen – Distel im Beton!

Also kommt vom 28 Juni bis 07. Juli in das räumungsbedrohte AZ Köln-Kalk (Wiersbergstr. 44).
Mehr Infos unter: http://gatherandresist.blogsport.eu/
KEIN TAG OHNE AUTONOMES ZENTRUM

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Ni Oubli! Ni Pardon! http://afasgb.blogsport.de/2013/06/26/ni-oubli-ni-pardon/ http://afasgb.blogsport.de/2013/06/26/ni-oubli-ni-pardon/#comments Wed, 26 Jun 2013 10:52:57 +0000 afasgb Allgemein http://afasgb.blogsport.de/2013/06/26/ni-oubli-ni-pardon/ „Am 23. Juni 2013 haben fast 10000 Personen in den Straßen von Paris, von der Oper nach Stalingrad, demonstriert. Sie passierten dabei die Stadtteile, die zu den wohlhabensten und beliebtesten der Hauptstadt gehören, einerseits um Clément zu gedenken, jedoch vor allem um gegen den Rechtsextremismus und seine Vorstellungen zu protestieren. Den Kopf des Demonstrationszuges bildeten autonome Antifaschist_innen, die, ob nun organisiert oder nicht, die Hälfte der Demonstration ausmachten.
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Unter ihnen befanden sich natürlich l’Action antifasciste Paris-Banlieue, Sud Étudiants und le Capab, aber auch ein Zusammenschluss von “papierlosen” Illegalen, le collectif de soutien aux Roms, und Vertreter der Homosexuellenbewegung (LGBT), um sowohl die von rechtsextremen Gruppierungen ausgehende Gewalt, als auch den Rassismus, die Islamfeindlichkeit, die Homophobie und den Antisemistismus des Staates zu kritisieren. Die Antifaschist_innen waren aus ganz Frankreich angereist, jedoch auch aus dem Ausland (ein besonderer Dank gilt den Mitstreiter_innen aus Deutschland), denn unser Antifaschismus ist international. Während der Demonstration wurden einige Schilder, Plakate und Banken symbolisch ins Visier genommen und kritisiert, denn unser Antifaschismus ist auch antikapitalistisch. Nach einer gut durchgeführten Demo ließ es sich die Polizei nicht nehmen, einige militante Genoss_innen anzugreifen, sie dürfen aber nicht vergessen, dass wir nicht nur heute auf den Straßen waren. Wir tragen unseren Antifaschismus alltäglich auf die Strasse und werden uns wehren.
Clément Meric
á jamais dans nos mémoires
á jamais dans nos couers

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Text und Bilder von den Genoss_innen in Paris

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“ Brandanschlag auf türkischen Imbiss in Swisttal-Odendorf “ http://afasgb.blogsport.de/2013/05/28/brandanschlag-auf-tuerkischen-imbiss-in-swisttal-odendorf/ http://afasgb.blogsport.de/2013/05/28/brandanschlag-auf-tuerkischen-imbiss-in-swisttal-odendorf/#comments Tue, 28 May 2013 10:20:59 +0000 afasgb Allgemein http://afasgb.blogsport.de/2013/05/28/brandanschlag-auf-tuerkischen-imbiss-in-swisttal-odendorf/ „In einer Pressemitteilung teilte die Bonner Polizei am 27.5.2013 mit, dass Unbekannte in der Nacht auf den 27. Mai “vor [dem] Eingang eines türkischen Imbisses in Swisttal-Odendorf eine Flasche mit brennbarer Flüssigkeit” entzündet hätten. Verletzte hätte es nicht gegeben, der Sachschaden sei gering, da der Inhaber des Imbisses den Brand rechtzeitig bemerkt hätte.

Da “ein fremdenfeindlicher Hintergrund für die Tat nicht auszuschließen” sei, “wurde der Bonner Staatsschutz im Rahmen einer besonderen Aufbauorganisation in die Ermittlungen eingeschaltet”, heißt es in der Pressemitteilung: “Es wird unabhängig von diesem Ermittlungsansatz in alle Richtungen ermittelt. Die Bonner Staatsanwaltschaft ist eingeschaltet.”

Erst vor drei Wochen hatte es einen Brandanschlag auf den Kiosk einer türkischstämmigen Familie in Hückelhoven (Kreis Heinsberg) gegeben, nrwrx berichtete.“
Artikel in der Lotta

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