Archiv für Juni 2013

Gather & Resist

In Köln findet vom 28. Juni bis 07. Juli die Gather & Resist Woche des AZ’s statt. Hier ein kurzer Aufruf:


Gather & Resist ist ein europaweites Vernetzungs- und Aktionstreffen zur Verteidigung des Autonomen Zentrums in Köln gegen eine mögliche Räumung.
Gefangen in Verträgen, Verordnungen und Vorschriften – machen wir uns frei davon!

Wenn der Mietvertrag für ein autonomes Zentrum gekündigt wird, kommen wir* unserer Selbstbestimmung ein Stück näher. Der Aufstand wird greifbar, wir spüren diese kommende Wärme, als ob erstarrte Hände kribbelnd wieder zum Leben erwachen. Wir beschweren uns nicht mehr, dass in der uns aufgezwungenen Gesamtscheisse kein Raum für Strukturen gelassen wird, die den bestehenden Verhältnissen etwas entgegensetzen wollen. Wir erkennen, dass unsere Politik, Kunst und Kultur erkämpft werden muss, da sie den Interessen der herrschenden Klasse sowieso messerscharf entgegensteht…

Das AZ Köln war in den vergangenen Jahren Kristallisationspunkt unserer Debatten und Kämpfe – so soll es weitergehen. Die Ideale, die in diesem Haus spürbar waren und sind, für die in diesem Haus gestritten und gefeiert, diskutiert und gearbeitet wurde, sind von keinem starren Gebäude abhängig. Ein Gebäude ist nur ein kleiner Raum in einer Welt voller Gewalt und Unterdrückung – aber wir wollen nicht nur dieses Gebäude, sondern eine andere Welt.

Die Verteidigung eines geliebten Projekts kann symbolisch hierfür sein, oder auch der Anfang einer neuen Welle von Besetzungen und Versuchen einen aufständischen Alltag herbeizuführen.

Der Angriff auf das AZ in Köln findet nicht im luftleeren Raum statt, sondern ist Ausdruck für die alltäglichen Bedrohungen, unter denen selbstverwaltete, libertäre und emanzipatorische Projekte nicht erst seit heute leiden. Diesem Angriff wollen wir nicht in reiner Abwehrposition entgegenstehen, sondern immer wieder Risse in der Idee der konsumierten und diktierten Stadt erzeugen. Bereits vorhandene Risse mit Leben füllen – Distel im Beton!

Also kommt vom 28 Juni bis 07. Juli in das räumungsbedrohte AZ Köln-Kalk (Wiersbergstr. 44).
Mehr Infos unter: http://gatherandresist.blogsport.eu/
KEIN TAG OHNE AUTONOMES ZENTRUM

Ni Oubli! Ni Pardon!

„Am 23. Juni 2013 haben fast 10000 Personen in den Straßen von Paris, von der Oper nach Stalingrad, demonstriert. Sie passierten dabei die Stadtteile, die zu den wohlhabensten und beliebtesten der Hauptstadt gehören, einerseits um Clément zu gedenken, jedoch vor allem um gegen den Rechtsextremismus und seine Vorstellungen zu protestieren. Den Kopf des Demonstrationszuges bildeten autonome Antifaschist_innen, die, ob nun organisiert oder nicht, die Hälfte der Demonstration ausmachten.
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Unter ihnen befanden sich natürlich l’Action antifasciste Paris-Banlieue, Sud Étudiants und le Capab, aber auch ein Zusammenschluss von “papierlosen” Illegalen, le collectif de soutien aux Roms, und Vertreter der Homosexuellenbewegung (LGBT), um sowohl die von rechtsextremen Gruppierungen ausgehende Gewalt, als auch den Rassismus, die Islamfeindlichkeit, die Homophobie und den Antisemistismus des Staates zu kritisieren. Die Antifaschist_innen waren aus ganz Frankreich angereist, jedoch auch aus dem Ausland (ein besonderer Dank gilt den Mitstreiter_innen aus Deutschland), denn unser Antifaschismus ist international. Während der Demonstration wurden einige Schilder, Plakate und Banken symbolisch ins Visier genommen und kritisiert, denn unser Antifaschismus ist auch antikapitalistisch. Nach einer gut durchgeführten Demo ließ es sich die Polizei nicht nehmen, einige militante Genoss_innen anzugreifen, sie dürfen aber nicht vergessen, dass wir nicht nur heute auf den Straßen waren. Wir tragen unseren Antifaschismus alltäglich auf die Strasse und werden uns wehren.
Clément Meric
á jamais dans nos mémoires
á jamais dans nos couers

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Text und Bilder von den Genoss_innen in Paris