Archiv für November 2012

Kundgebung gegen Israel in Bonn

Am 17.November fand in Bonn eine Kundgebung unter diesem Aufruf statt:
Liebe Palästina Freunde,
seit Mittwoch führt die israelische Armee mit allen ihr zur Verfügung stehenden Waffen einen barbarischen Krieg gegen die Zivilbevölkerung in Gaza/Palästina. Bisher sind 15 Tote und über 150 Verletzte – vor allem Frauen und Kinder – zu beklagen.
Keiner kann voraussehen, wie lange die israelischen Aggression gegen Gaza dauern wird; daher ist es wichtig, jetzt unsere Stimme zu erheben, um ein schnelles Ende der Aggression zu fordern.[…]

Der Aufruf wurde auf der Homepage des „Instituts für Palästinakunde“ veröffentlicht und als Anlaufstelle der Infotisch der Bonner Boycott-Santions-Divestment-Gruppe angegeben.
Während der Kundgebung wurden Flyer dieser Gruppe verteilt, welche zum Boykott Israelischer Waren aufriefen. Hierauf reagierte ein Passant sehr schockiert mit dem Satz „Das haben meine Großeltern schon gemacht“ was von den pro-palästinensischen Aktivist*innen positiv aufgenommen wurde.
Wir sind der Meinung, dass die Luftangriffe der IDF nicht von ungefähr kamen sondern eine Reaktion auf die anhaltenden Raketenangriffe aus dem Gazastreifen darstellen, also ist die Bezeichnung der Verteidigung Israels als „barbarischen Krieg gegen die Zivilbevölkerung“ nichts als Hetze und tendenziell antisemitisch motiviert. Tote und Verletzte im Gazastreifen ließen sich vermeiden,wenn djihadistischen Gruppen aufhören würden willkürlich Raketen in Israelische Städte zu schießen und ihre Stellungen in die Nähe von Kindergärten/Schulen/Krankenhäusern oder Tankstellen zu beziehen, in sofern ist wohl doch vorauszusehen „wie lange die israelischen Aggression gegen Gaza dauern wird“.
Zudem rief das Israelische Militär die Menschen im Gazastreifen durch Radiodurchsagen und Flugblätter auf sich von Einrichtungen der Hamas fernzuhalten. Während also das Interesse der Israelischen Streitkräfte ist, lediglich jene zu töten die für die Raketenangriffe verantwortlich sind, beschießen Djihadisten Israelische Städte völlig ungezielt. Dass dabei so viel weniger Menschen als in Gaza sterben liegt einfach nur an den Raketenabwehrsystemen Israels,der Behinderung von Waffenschmuggel und der Tatsache, dass die Hamas die Menschen im Gazastreifen als lebendige Schutzschilde benutzt.
Da wir dies nicht unkommentiert lassen wollten verteilten wir mit anderen Genoss*innen Flugblätter mit dem Text „Israel als Jude unter den Staaten“ von Cafe Critique.
Die Pro-Palästina Aktivist*innen reagierten darauf mit Rufen wie „Viva Palästina“,“Zionisten sind Faschisten“,“Mörder“,“Ihr Zionisten“ und „ihr Lappen“(krasse Männer sind diese Aktivisten, ahu!).
In einer Diskussion relativierte eine Person den ständigen Beschuss Israels mit Mörsern und Raketen mit dem Satz „ach die paar Raketen“.
Passant*innen reagierten auf unsere Flugblätter teilweise sehr positiv, so war die Person,die vorher den Aufruf israelische Produkte zu boykottieren kritisierte und zwei andere Personen über eine Gegenposition zu den Demonstrant*innen die jede Schuld an dem Konflikt bei Israel und nicht Kräften wie der Hamas sehen,sehr erfreut.
Als die pro-palästinensischen Aktivist*innen sich mit Palästina-Fahnen und Parolen zu einer Kundgebung auf dem Münsterplatz formierten, hörten wir mit dem Verteilen von Flyern auf, zeigten Israelfahnen und protestierten mit Parolen gegen Antisemitismus&Antizionismus.
Daraufhin wurden von uns Fotos gemacht, ausser dem Krakeele zweier Personen die sich aus der Kundgebung gelöst hatten und sich zu uns stellten reagierte die Menge für diese Verhältnisse relativ gelassen.
Auch hier war die Reaktion von Passant*innen recht verschieden, während viele nur die Kundgebung betrachteten zeigten einige mit „Daumen Hoch“ ihre Zustimmung zu unserem Protest.
Später haben wir erfahren, dass ein Passant, der sich zu uns gestellt hatte, den Rechtspopulistischen Blog „PI-News“ liest. Wir möchten uns klar von dieser Person distanzieren, dass unsere Positionen mit denen von „PI-News“ unvereinbar sind haben wir aber auch durch Parolen wie „Gegen jeden Antisemitismus-Nieder mit Deutschland-Und für den Kommunismus!“ mehr als deutlich gemacht.
Die Notwendigkeit einer kommunistischen Solidarität mit Israel
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„Für Israels Recht* auf Selbstverteidigung-Gegen Antizionismus und Terror!“

Am 24.11 veranstaltet das Duisburger Bündnis gegen Antisemitismus eine Kundgebung „Für Israels Recht* auf Selbstverteidigung-Gegen Antizionismus und Terror!“.
Hier der Aufruf:
„Die meisten deutschen Medien sind sich einig: Israels militärische Aktionen gegen die Terrororganisation Hamas sind ein Wahlkampfmanöver der Regierung. Eine Fehleinschätzung, die an Zynismus kaum zu überbieten ist. Der jahrelang andauernde Raketenbeschuss südisraelischer Wohngebiete hat sich in den letzten Monaten noch einmal verstärkt. 15 Sekunden Zeit um Schutz zu suchen liegen zwischen dem Aufheulen der Sirenen und dem Einschlag. Welcher Staat der Welt würde seine Bürger solch einem Terror aussetzen, ohne sich zu wehren? Und ist mit Terroristen, die so willkürlich morden, friedlich fertig zu werden?

Die Hamas ist keine widerständige Wohlfahrtsorganisation. Der wirtschaftliche und wissenschaftliche Fortschritt im Gazastreifen interessiert sie nicht – ganz im Gegenteil, die eigene Bevölkerung wird auf den Tod als erstrebenswertes Ziel eingeschworen, und als menschliches Schutzschild missbraucht. Im antisemitischen Wahn, und als williger Stellvertreter des iranischen Regimes an der israelischen Grenze, hat es die Welt in der Hamas mit einer islamofaschistischen Terrororganisation zu tun, deren Handlungsspielraum mit allen nötigen Mitteln eingeschränkt werden muss. Und zwar zuallererst im Interesse der Zivilbevölkerung in Gaza selbst. Tatsächlich ist es der Iran, der Hamas, Hisbollah und Assad bewaffnet, die Region destabilisiert und daran interessiert ist, dass die Welt auf Gaza schaut, anstatt auf das iranische Atomprogramm.

Und doch ist es Israel, das am Pranger der Weltöffentlichkeit steht. Es wird nicht gerne gesehen, dass sich der jüdische Staat wehrt. Es scheint, als wäre es den europäischen Friedensmahnern lieber, die Juden ergäben sich tatenlos ihren Mördern. Es ist aber ein lebendiges Israel, das seine Vernichtung nicht einfach hinnehmen wird, und diesem Israel gilt unsere bedingungslose Solidarität. Dafür demonstrieren wir am kommenden Samstag in Duisburg, eine Stadt, in der seit Jahren leitende Beamte, führende Politiker, Polizei und islamische Vereine ein antiisralisches Klima geschaffen haben. Doch der jüdische Staat steht auch hier nicht alleine.

Wir behalten uns vor, Teilnehmer, die mit einem israelsolidarischen Feigenblatt nur ihre rassistische Gesinnung verbergen wollen, von der Kundgebung auszuschließen.“

Samstag 24.November 18:00
Portsmouthplatz Duisburg (Hbf Vorplatz)

*zur Problematik des Rechtsbegriffs: Zur Verteidigung Israels