Archiv für Oktober 2012

Da der Referent für den Vortrag „„Nichts gelernt und nichts vergessen“
Geschichte und Zukunft des Antizionismus in Deutschland “ aus persönlichen Gründen leider absagen musste wird Leo Elsner, ebenfalls von der Gruppe: Initiative Sozialistisches Forum, einspringen und über das Verhältnis von Antisemitismus und Antizionismus referieren und auch Themen wie Kritik an Staat und Nation mit einfließen lassen.

Hier der Ankündigungstext für den Vortrag Gesellschaftliche Konstruktion des biologischen Geschlechts
von Dr. Heinz-Jürgen Voss :

„Making Sex“ – auch biologisches Geschlecht ist gesellschaftlich gemacht

Biologisches Geschlecht erscheint vielen als „sicher“, als „natürlich“
im Sinne von vorgegeben und unabänderlich. Das ist es nicht. Auch bei
den derzeitigen biologischen Konzepten über Geschlecht – genauso wie bei den historischen – handelt es sich um Theorien. Sie sind Resultat einer gesellschaftlichen Ordnung, die zwei Geschlechter unterscheidet – und die in der Bundesrepublik Deutschland noch immer nicht vor
menschenrechtsverletzender Gewalt zurückschreckt, wenn es darum geht, eindeutig „weiblich“ oder „männlich“ herzustellen. Heinz-Jürgen Voß
arbeitet heraus: Mit den aktuellen biologischen und medizinischen
Theorien über Geschlecht sind besser viele Geschlechter erklärbar, als
nur zwei oder drei.

Biographische Notizen:
Heinz-Jürgen Voß studierte Biologie und promovierte zu biologischen
Geschlechtertheorien; weitere Forschungsschwerpunkte sind feministische Wissenschaftskritik, Queer theory und Queer politics. Voß ist
antifaschistisch, antirassistisch und queer-feministisch politisch
aktiv. Veröffentlichungen zum Thema: „Making Sex Revisited:
Dekonstruktion des Geschlechts aus biologisch-medizinischer Perspektive“
und „Geschlecht: Wider die Natürlichkeit“.

Wir freuen uns eine weitere Zusage für unser Exit Normality Enter Communism“ Wochenende bekanntgeben zu können.
Nach Frühstück und dem Vortrag zu Geschlecht, gibts einen Workshop zu antisexistischer Praxis.

mit kleiner Verspätung…

…wollen wir dann doch den 3.Oktober nicht ganz unkommentiert lassen.
„Warum wir am 3.Oktober und auch sonst nicht die Nation und besonders nicht Deutschland feiern“

Ankündigungs für den Vortrag „Nichts gelernt und nichts vergeszen“ Geschichte und Zukunft des Antizionismus in Deutschland. (Von Joachim Bruhn)

Hier der Ankündigungstext von Joachim Bruhn der Initiative Sozialistisches Forum für den Vortrag: „Nichts gelernt und nichts vergeszen“
Geschichte und Zukunft des Antizionismus in Deutschland:

„Nichts gelernt und nichts vergessen“
Geschichte und Zukunft des Antizionismus in Deutschland

Irgendwann zwischen der Wannsee-Konferenz und der Gründung Israels verliert der Hass auf die Juden jedwede Geschichte. Danach gab es keine Antisemiten mehr: weil alle es sind. Der Antisemitismus wird zum logischen wie zum historischen Apriori, zur Ontologie des gesellschaftlichen Seins der Deutschen. Was immer sich seitdem auch ereignet hat – es spiegelt den prinzipiellen Stillstand der Geschichte, den Bann, die Angstlust der erpreszten Versöhnung. So findet auch der Hass auf die Juden, egal, ob antisemitisch oder antizionistisch ausgebrüllt, keine neuen Worte mehr, sondern gehorcht einem manischen Wiederholungszwang, deszen Vokabular in den Werken Adolf Hitlers gesammelt vorliegt. Es ist sein „Politisches Testament“ vom 29. April 1945, das seitdem abgearbeitet wird, sein letzter Wille, dem „internationalen Judentum und seinen Helfern“ den totalen Krieg zu erklären und dafür immer wieder aufs Neue im deutschen Staat die so klassenübergreifende wie die Klassen in sich aufhebende Volksgemeinschaft zu verschweiszen, d.h. das Mordkollektiv, das in Erlogener präventiver Notwehrdagegen sich erheben solle, dasz „die Völker Europas wieder nur als Aktienpakete dieser internationalen Geld- und Finanzverschwörer angesehen werden“. 1989, als die Wiedervereinigung Der Antisemiten (BRD), die genötigt worden waren, mit Israel sich zu arrangieren, mit den Antizionisten (DDR), denen es nur erlaubt war, die Juden in Form der ›Zionisten‹ zu hassen, unvermeidlich wurde, waren alle formellen Bedingungen der deutschen Souveränität wiederhergestellt, die es möglich machen, Hitlers Testament doch noch zu vollstrecken, d.h. die Shoah durch ihre Vollendung, Überbietung und restlose Vollstreckung an Israel ungeschehen zu machen: Der Rechtsnachfolger rüstet sich auf,der Gesellschaftsnachfolger zu sein. Denn erst der Tag, an dem es die Juden, außer in Geschichtsbüchern, niemals gegeben haben wird, wird der Tag der vollendeten „Deutschen Revolution“(Goebbels) gewesen sein. So trifft das paradoxe Resümee jetzt erst zu, das Eric Voegelin 1964 aus dem Verhältnis der Deutschen zu Hitler zog: „Nichts gelernt und nichts vergessen.“
Es ist diese irrsinnig redundante, penetrante Permanenz des Nullpunkts materialistischer Aufklärung, in dem der Wiederholungszwang sich breitmacht.

Es spricht Joachim Bruhn (Freiburg), Co-Autor u.a.
von „Furchtbare Antisemiten, ehrbare Antizionisten.“ „Über Israel und
die linksdeutsche Ideologie“ sowie „Das Konzept Materialismus“ der

Initiative Sozialistisches Forum (ça ira-Verlag. www.ca-ira-net).